Aktuelles

Grenzgänger haben ein Optionsrecht

Das so genannte „Optionsrecht“ bezieht sich auf die Krankenversicherung für Arbeitnehmer in der Schweiz. Wer als Grenzgänger in der Schweiz arbeitet, kann auswählen: Entweder er versichert sich direkt in der Schweiz über die Pflichtversicherung KVG – oder er lässt sich dort von der Krankenversicherungspflicht befreien und versichert sich lieber in Deutschland, z.B. bei einer privaten Krankenkasse. Achtung: Eine Befreiung von der Schweizer Krankenversicherungspflicht nach KVG muss schriftlich erfolgen! Der Antrag für die Pflichtversicherung muss beim kantonalen Amt gestellt werden.

Um die Entscheidung KVG oder Deutsche Versicherung zu treffen, haben Grenzgänger drei Monate Zeit, gerechnet ab Arbeitsbeginn in der Schweiz. Wer nach Ablauf dieser Frist doch noch vom einen in das andere Versicherungsmodell wechseln möchte, kann dies – seit einer Neuregelung im März 2017 – nicht mehr! Früher war es möglich zu wechseln, wenn sich z.B. durch Heirat oder Scheidung die persönlichen Lebensumstände geändert hatten.

Es lohnt sich in jedem Fall, beide Modelle gründlich durchzurechnen. Für Fragen zu rechtlichen Dingen, die Grenzgänger betreffen, z.B. zum Arbeitsvertrag, wenden Sie sich gerne an unsere Kanzlei in Bad Krozingen.


Wie funktioniert die Altersvorsorge in der Schweiz?

Viele Grenzgänger erwerben durch ihre berufliche Tätigkeit in der Schweiz Ansprüche auf eine Rente. Doch wie ist dies in der Schweiz geregelt?

  1. In der Schweiz gibt es das so genannte „Drei-Säulen-Prinzip“:
    Die erste Säule der Altersvorsorge betrifft die staatliche Vorsorge. Diese ist die Mindestsicherung. Sie deckt ab: die so genannte „Alters- und Hinterlassenenversicherung“ AHV, die Invalidenversicherung und gegebenenfalls Ergänzungsleistungen in Fällen, in denen das Einkommen nicht fürs Existenzminimum reicht.
  2. Die zweite Säule ist die berufliche Vorsorge, also die Pensionskasse. Jeder Arbeitnehmer, der mehr als 21.330 Franken jährlich verdient, ist von Beginn seines Arbeitsverhältnisses an in der beruflichen Rentenkasse. Diese springt zunächst ein bei Invalidität und Tod – wenn der Arbeitnehmer aber älter ist als 24 Jahre, spart er hier gleichzeitig für seine Rente an.
  3. Die dritte Säule betrifft die freiwilligen Zusatzleistungen, die ein Arbeitnehmer für seine Rente aufbringt. Die private Altersvorsorge ist in der Schweiz steuerbegünstigt.

Rechtsanwalt Hannes Künstle aus der Kanzlei Reissmann & Künstle ist Ihr Ansprechpartner für rechtliche Fragen im Zusammenhang mit dem Schweizer Arbeitsrecht. Vereinbaren Sie gerne einen Termin!


Einladungsschreiben zum Aufenthalt in der Schweiz

Wenn ein Angehöriger eines Drittstaatslandes in der Schweiz einreisen möchte – aus privaten Gründen oder beruflich – und deshalb in der Schweiz ein Visum beantragt, ist es erforderlich, ein Einladungsschreiben mitzuführen.  Dies dient dem Zweck zu belegen, dass der Reisende in der Schweiz erwartet wird und dort seinen Lebensunterhalt bestreiten kann.

Was muss genau in einem solchen Einladungsschreiben enthalten sein?

  • Das Einladungsschreiben muss auf Deutsch, Französisch oder Italienisch verfasst sein.
  • Wer ist der Eingeladene? Hier folgen Name, Adresse, Firmenanschrift, E-Mail, Telefon, evtl. Geburtsdaten, Staatsangehörigkeit des Gastgebers, falls es sich um eine private Einladung handelt.
  • Wer genau lädt ein? Auch hier sind Name, Adresse, Firmenanschrift, E-Mail, Telefon, Geburtsdaten, Staatsangehörigkeit erforderlich.
  • Werden die Kosten für die Einreise bzw. den Aufenthalt vom Einladenden übernommen? Dies muss dem Einladungsschreiben zu entnehmen sein. Falls der Eingeladene selbst seinen Aufenthalt bezahlt, muss er nachweisen, dass er genug Geld hat. Dies kann er z.B. durch Kontoauszüge oder Gehaltsnachweise belegen.
  • Das Einladungsschreiben hat formal keinen besonderen Aufbau. Es muss auch nicht beglaubigt werden, aber es muss persönlich unterschrieben sein.
  • Das Einladungsschreiben kann dem Antrag auf ein Visum beigelegt werden, als Mailanhang oder in Kopie.

Haben Sie Fragen zum Schweizerischen Arbeitsrecht? Dann konsultieren Sie Rechtsanwalt Hannes Künstle in der Kanzlei Reissmann & Künstle in Bad Krozingen. Er hilft Ihnen gerne weiter.