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Die verschiedenen Arbeitsverträge in der Schweiz

Das Schweizerische Arbeitsrecht kennt verschiedene Arten von Arbeitsverträgen: Den Einzelarbeitsvertrag, den Gesamtarbeitsvertrag und den Normalarbeitsvertrag. Worin unterscheiden sie sich?

Der Einzelarbeitsvertrag betrifft das Arbeitsverhältnis eines einzelnen Arbeitnehmers zu seinem Arbeitgeber. Ein Einzelarbeitsvertrag muss sich nicht an eine formale Vorgabe halten, er kann sogar mündlich abgeschlossen werden. Wenn er jedoch mündlich abgeschlossen wurde, dürfen keine Sonderregelungen ausgemacht worden sein, wie z.B. eine individuelle Überstundenregelung – diese müsste in jedem Fall schriftlich in einem Arbeitsvertrag fixiert werden. Es gibt zwei Arten von Einzelarbeitsverträgen: den befristeten und den unbefristeten Arbeitsvertrag.

Ein Gesamtarbeitsvertrag ist ein Arbeitsvertrag, der zwischen einem Arbeitgeber und einem Arbeitnehmerverband abgeschlossen wird. In diesem ist schriftlich festgelegt, welche Arbeitsbedingungen in den Einzelarbeitsverträgen mindestens eingehalten werden müssen. Ein Beispiel für einen Gesamtarbeitsvertrag wäre ein Vertrag, den ein Arbeitnehmerverband vorlegt. Dieser gilt dann aber nur für seine Mitglieder.

Von einem Normalarbeitsvertrag spricht man, wenn man die Regelungen der einzelnen Schweizer Kantone meint. Sie erlassen beispielsweise Arbeitsverträge für den landwirtschaftlichen Bereich, in denen die Arbeitszeiten, Ferientage etc. fixiert sind. Wenn ein Betrieb diese Minimalanforderungen mehrfach unterschreitet, kann die Behörde eingreifen und ihrerseits einen Arbeitsvertrag mit Mindestlohn erstellen.

Ihre Fragen zum Thema Schweizerisches Arbeitsrecht beantwortet gerne Rechtsanwalt Hannes Künstle in der Kanzlei Reissmann & Künstle in Bad Krozingen. Dies ist eine Zweigniederlassung der Kanzlei in Lörrach mit Schwerpunkt Arbeitsrecht für Grenzgänger.


Sommerjob in der Schweiz geplant?

Wer nur ein paar Wochen in der Schweiz jobben will – weil er etwa in der Gastronomie oder Landwirtschaft die Saisonarbeit unterstützt – und falls die Corona-Pandemie dies in diesem Jahr nicht gänzlich unmöglich macht – der muss beachten: Für bis zu drei Monate Arbeit am Stück oder insgesamt 90 Arbeitstage im Kalenderjahr ist keine Aufenthaltsbewilligung notwendig. Dies betrifft die Angehörigen der EU-26/EFTA-Staaten.
Allerdings muss der zukünftige Schweizer Arbeitgeber die befristete Arbeit anmelden und diese Anmeldung muss allerspätestens am Vortag des Arbeitsantrittes erfolgen. Der Arbeitnehmer seinerseits muss sich auch registrieren, ebenfalls spätestens ein Tag vor Arbeitsantritt. Dies ist auf dem Online-Portal des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements hier möglich.

Alle Fragen zum Aufenthalts- und Arbeitsrecht für Grenzgänger beantwortet gerne Rechtsanwalt Hannes Künstle in der Kanzlei Reissmann & Künstle in der Zweigniederlassung der Kanzlei in Bad Krozingen. Vereinbaren Sie einen Termin!


Schweizer Arbeitsrecht: Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

Die Lohnfortzahlung wird dann vom Arbeitgeber geleistet, wenn der Grund für die Arbeitsverhinderung in der Person des Arbeitnehmers liegt, wenn er also beispielsweise erkrankt oder einen Unfall erleidet. Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist im Schweizer Obligationenrecht Art. 324a festgelegt. Es gelten folgende Regelungen:

Nach drei Monaten Betriebszugehörigkeit und im ersten Arbeitsjahr erhält der erkrankte Arbeitnehmer Lohn für 3 Wochen. Bei längerer Zugehörigkeit zum Betrieb gibt es dann je nach regionaler Zugehörigkeit verschiedene Modelle: die Berner, die Basler oder die Züricher Skala.

Eine Schwangerschaft ist vor dem Gesetz einer Erkrankung gleichgestellt. Nach der Geburt des Kindes besteht ein Anspruch auf Zahlung von 80% des durchschnittlichen Arbeitslohnes – längstens für 14 Wochen. Für diese Zahlungen muss ein Antrag gestellt werden, denn diese Form der Lohnfortzahlung trägt nicht der Arbeitgeber, sondern eine spezielle Mutterschaftsversicherung.

Eine Erkrankung muss dem Arbeitgeber nach spätestens drei Tagen mit einem schriftlichen ärztlichen Attest belegt werden. Die korrekte Berechnung der Lohnfortzahlung in der Schweiz ist äußerst kompliziert und hängt davon ab, ob eine Versicherung besteht, die möglicherweise einen Teil der Lohnfortzahlung abdeckt.

Für Fragen und Anliegen zum Arbeitsrecht wenden Sie sich an Rechtsanwalt Hannes Künstle in unserer Kanzlei in Bad Krozingen. Er ist auf das Schweizerische Arbeitsrecht und die Belange von Grenzgängern spezialisiert. Vereinbaren Sie einen Termin!