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Was ist für Grenzgänger mit Familie wichtig?

Sie wohnen in Deutschland und arbeiten in der Schweiz. Wenn Sie Familienzuwachs planen, müssen Sie nun einiges beachten!
Der Mutterschaftsurlaub in der Schweiz dauert, genau wie in Deutschland, 14 Wochen, in denen Sie 80% ihres Lohnes erhalten, höchstens jedoch 196 Euro pro Tag. In Deutschland beginnt der Mutterschaftsurlaub sechs Wochen vor der Geburt des Kindes, in der Schweiz erst ab dem Geburtstag des Kindes. Während der Zeit des Mutterschutzes dürfen Sie nicht vom Arbeitgeber gekündigt werden.

Nach dem Mutterschaftsurlaub gibt es in der Schweiz – anders als in Deutschland – keine Elternzeit! Sie setzen Sie Ihre Arbeit unverändert fort, kündigen oder vereinbaren mit Ihrem Arbeitgeber unbezahlten Urlaub. Falls das Arbeitsverhältnis in der Schweiz ganz endet: Denken Sie daran, in Deutschland Elterngeld zu beantragen – das ist auch für Grenzgängerinnen möglich!

In der Schweiz wird, wie in Deutschland auch, Kindergeld ausgezahlt. In der Schweiz heißt dies „Kinderzulage“. Wenn ein Elternteil versicherungspflichtig in Deutschland arbeitet, kann das Kindergeld auch in Deutschland beantragt werden.

Was die Krankenversicherung betrifft, so raten wir Ihnen dringend, sich bei Arbeitsantritt in der Schweiz kompetent beraten zu lassen.

Fragen rund um Ihren Arbeitsvertrag beantwortet Rechtsanwalt Hannes Künstle in der Kanzlei Reissmann & Künstle in Bad Krozingen. Die Kanzlei ist eine Zweigniederlassung der Kanzlei Reissmann & Künstle in Lörrach, in der speziell Grenzgänger beraten und rechtlich vertreten werden. Vereinbaren Sie einen Termin!


Die verschiedenen Arbeitsverträge in der Schweiz

Das Schweizerische Arbeitsrecht kennt verschiedene Arten von Arbeitsverträgen: Den Einzelarbeitsvertrag, den Gesamtarbeitsvertrag und den Normalarbeitsvertrag. Worin unterscheiden sie sich?

Der Einzelarbeitsvertrag betrifft das Arbeitsverhältnis eines einzelnen Arbeitnehmers zu seinem Arbeitgeber. Ein Einzelarbeitsvertrag muss sich nicht an eine formale Vorgabe halten, er kann sogar mündlich abgeschlossen werden. Wenn er jedoch mündlich abgeschlossen wurde, dürfen keine Sonderregelungen ausgemacht worden sein, wie z.B. eine individuelle Überstundenregelung – diese müsste in jedem Fall schriftlich in einem Arbeitsvertrag fixiert werden. Es gibt zwei Arten von Einzelarbeitsverträgen: den befristeten und den unbefristeten Arbeitsvertrag.

Ein Gesamtarbeitsvertrag ist ein Arbeitsvertrag, der zwischen einem Arbeitgeber und einem Arbeitnehmerverband abgeschlossen wird. In diesem ist schriftlich festgelegt, welche Arbeitsbedingungen in den Einzelarbeitsverträgen mindestens eingehalten werden müssen. Ein Beispiel für einen Gesamtarbeitsvertrag wäre ein Vertrag, den ein Arbeitnehmerverband vorlegt. Dieser gilt dann aber nur für seine Mitglieder.

Von einem Normalarbeitsvertrag spricht man, wenn man die Regelungen der einzelnen Schweizer Kantone meint. Sie erlassen beispielsweise Arbeitsverträge für den landwirtschaftlichen Bereich, in denen die Arbeitszeiten, Ferientage etc. fixiert sind. Wenn ein Betrieb diese Minimalanforderungen mehrfach unterschreitet, kann die Behörde eingreifen und ihrerseits einen Arbeitsvertrag mit Mindestlohn erstellen.

Ihre Fragen zum Thema Schweizerisches Arbeitsrecht beantwortet gerne Rechtsanwalt Hannes Künstle in der Kanzlei Reissmann & Künstle in Bad Krozingen. Dies ist eine Zweigniederlassung der Kanzlei in Lörrach mit Schwerpunkt Arbeitsrecht für Grenzgänger.


Sommerjob in der Schweiz geplant?

Wer nur ein paar Wochen in der Schweiz jobben will – weil er etwa in der Gastronomie oder Landwirtschaft die Saisonarbeit unterstützt – und falls die Corona-Pandemie dies in diesem Jahr nicht gänzlich unmöglich macht – der muss beachten: Für bis zu drei Monate Arbeit am Stück oder insgesamt 90 Arbeitstage im Kalenderjahr ist keine Aufenthaltsbewilligung notwendig. Dies betrifft die Angehörigen der EU-26/EFTA-Staaten.
Allerdings muss der zukünftige Schweizer Arbeitgeber die befristete Arbeit anmelden und diese Anmeldung muss allerspätestens am Vortag des Arbeitsantrittes erfolgen. Der Arbeitnehmer seinerseits muss sich auch registrieren, ebenfalls spätestens ein Tag vor Arbeitsantritt. Dies ist auf dem Online-Portal des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements hier möglich.

Alle Fragen zum Aufenthalts- und Arbeitsrecht für Grenzgänger beantwortet gerne Rechtsanwalt Hannes Künstle in der Kanzlei Reissmann & Künstle in der Zweigniederlassung der Kanzlei in Bad Krozingen. Vereinbaren Sie einen Termin!