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Was ist ein Aufenthalter?

Ein so genannter „Aufenthalter“ ist in der Schweiz zu unterscheiden von einem Grenzgänger und von einem Wochenaufenthalter. Ein Aufenthalter wohnt und arbeitet in der Schweiz. Häufig hat er überhaupt keinen Wohnsitz in Deutschland mehr, besitzt aber weiterhin einen deutschen Pass.
Ein Aufenthalter braucht eine gültige Arbeitserlaubnis. Hier unterscheidet man zwischen einer B-Bewilligung (fünf Jahre gültige Arbeitserlaubnis) und einer L-Bewilligung (max. ein Jahr gültige Arbeitserlaubnis).

Außerdem braucht ein Aufenthalter, falls seine Familie in die Schweiz nachzieht, eine Familiennachzugsbewilligung und, nach gewisser Zeit, eine Niederlassungsbewilligung. Die Niederlassungsbewilligung wird nach fünf Jahren ununterbrochenem Aufenthalt in der Schweiz erteilt, sie gibt dem Aufenthalter aber nicht das Recht, in der Schweiz zu wählen.
Aufenthalter unterliegen dem Schweizerischen Steuerrecht – allerdings mit der Sonderregelung, dass Aufenthalter jeden Monat einen Anteil ihres Bruttolohnes als Steuer bezahlen müssen und nicht – wie ihre Schweizer Kollegen – nur einmal jährlich.

Zu allen rechtlichen Fragen, die Deutsche an ihrem Arbeitsplatz in der Schweiz betreffen, ist Rechtsanwalt Hannes Künstle Ihr kompetenter Ansprechpartner! Vereinbaren Sie einen Termin in unserer Kanzlei in Bad Krozingen.


Grenzgänger haben ein Optionsrecht

Das so genannte „Optionsrecht“ bezieht sich auf die Krankenversicherung für Arbeitnehmer in der Schweiz. Wer als Grenzgänger in der Schweiz arbeitet, kann auswählen: Entweder er versichert sich direkt in der Schweiz über die Pflichtversicherung KVG – oder er lässt sich dort von der Krankenversicherungspflicht befreien und versichert sich lieber in Deutschland, z.B. bei einer privaten Krankenkasse. Achtung: Eine Befreiung von der Schweizer Krankenversicherungspflicht nach KVG muss schriftlich erfolgen! Der Antrag für die Pflichtversicherung muss beim kantonalen Amt gestellt werden.

Um die Entscheidung KVG oder Deutsche Versicherung zu treffen, haben Grenzgänger drei Monate Zeit, gerechnet ab Arbeitsbeginn in der Schweiz. Wer nach Ablauf dieser Frist doch noch vom einen in das andere Versicherungsmodell wechseln möchte, kann dies – seit einer Neuregelung im März 2017 – nicht mehr! Früher war es möglich zu wechseln, wenn sich z.B. durch Heirat oder Scheidung die persönlichen Lebensumstände geändert hatten.

Es lohnt sich in jedem Fall, beide Modelle gründlich durchzurechnen. Für Fragen zu rechtlichen Dingen, die Grenzgänger betreffen, z.B. zum Arbeitsvertrag, wenden Sie sich gerne an unsere Kanzlei in Bad Krozingen.


Wie funktioniert die Altersvorsorge in der Schweiz?

Viele Grenzgänger erwerben durch ihre berufliche Tätigkeit in der Schweiz Ansprüche auf eine Rente. Doch wie ist dies in der Schweiz geregelt?

  1. In der Schweiz gibt es das so genannte „Drei-Säulen-Prinzip“:
    Die erste Säule der Altersvorsorge betrifft die staatliche Vorsorge. Diese ist die Mindestsicherung. Sie deckt ab: die so genannte „Alters- und Hinterlassenenversicherung“ AHV, die Invalidenversicherung und gegebenenfalls Ergänzungsleistungen in Fällen, in denen das Einkommen nicht fürs Existenzminimum reicht.
  2. Die zweite Säule ist die berufliche Vorsorge, also die Pensionskasse. Jeder Arbeitnehmer, der mehr als 21.330 Franken jährlich verdient, ist von Beginn seines Arbeitsverhältnisses an in der beruflichen Rentenkasse. Diese springt zunächst ein bei Invalidität und Tod – wenn der Arbeitnehmer aber älter ist als 24 Jahre, spart er hier gleichzeitig für seine Rente an.
  3. Die dritte Säule betrifft die freiwilligen Zusatzleistungen, die ein Arbeitnehmer für seine Rente aufbringt. Die private Altersvorsorge ist in der Schweiz steuerbegünstigt.

Rechtsanwalt Hannes Künstle aus der Kanzlei Reissmann & Künstle ist Ihr Ansprechpartner für rechtliche Fragen im Zusammenhang mit dem Schweizer Arbeitsrecht. Vereinbaren Sie gerne einen Termin!