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Dürfen Grenzgänger einen Schweizer Firmenwagen in Deutschland auch privat nutzen?

Einen Firmenwagen zu bekommen ist ein sehr beliebter Bonus für Arbeitnehmer. Üblicherweise dürfen diese Fahrzeuge auch privat genutzt werden. Doch wer in der Schweiz arbeitet und von seinem Arbeitgeber einen Dienstwagen bekommt, darf diesen nicht ohne Weiteres in Deutschland privat nutzen. Grund ist der Einfuhrzoll. Für Grenzgänger gilt: Der Firmenwagen darf nur für das Pendeln vom Arbeitsort zum Wohnort eingesetzt werden. Auf die Einhaltung dieser Regel müssen Grenzgänger unbedingt achten! Sie müssen deshalb immer ihren Arbeitsvertrag im Dienstwagen mit sich führen.
Es gibt jedoch noch eine andere, kompliziertere Variante. Wenn ein Dienstfahrzeug aus der Schweiz auch in Deutschland im freien Verkehr, also z.B. als privates Familienfahrzeug an den Wochenenden, eingesetzt werden soll, kann es zur Nutzung im freien Verkehr in Deutschland angemeldet werden. Dabei fällt Einfuhrzoll in Höhe von 10% an. Die Zulassung des Fahrzeugs erfolgt jedoch in der Schweiz, wo auch die Kfz-Steuer eingezogen wird. Die Einfuhrpapiere des Fahrzeugs sollten immer griffbereit im Fahrzeug deponiert bleiben. Wichtig zu beachten ist, dass der Schweizer Arbeitgeber, der seinem Mitarbeiter ein Fahrzeug zur privaten Nutzung in Deutschland überlässt, in Deutschland Umsatzsteuer abführen muss. Es kommt also zur unvermeidbaren Doppelbesteuerung, da er auch in der Schweiz Umsatzsteuer abführen muss.

Zu allen Fragen, die das Arbeitsrecht von Grenzgängern betreffen, steht Ihnen Rechtsanwalt Hannes Künstle in unserer Kanzlei in Bad Krozingen gerne zur Verfügung.
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Neue Studie: Was verdienen Grenzgänger in der Schweiz?

Das Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft hat am im Juni 2021 eine Studie veröffentlicht mit dem Titel: „Einkommensentwicklung von Grenzgängerinnen und Grenzgängern im Aufenthaltsverlauf“. Untersucht wurde hier, wie sich das Einkommen von Grenzgängern in der Schweiz entwickelt.
Resultat: Zu Beginn ihrer Tätigkeit in der Schweiz verdienen Grenzgänger*innen deutlich weniger als ihre Schweizer Arbeitskolleg*innen. Bei den Männern sind das durchschnittlich 17%, bei den Frauen sind es etwa 9%. Diese Ungleichheit bleibt aber über die Jahre nicht so bestehen. Nach fünf Jahren Tätigkeit ist der Unterschied bei den Männern nur noch 4%. Bei den Frauen ist es interessant: Die Grenzgängerinnen verdienen nach fünf Jahren im Schnitt sogar 12% (!) mehr als ihre Schweizer Arbeitskolleginnen. Der Grund dafür? Im Schnitt arbeiten Grenzgängerinnen deutlich mehr als Schweizerinnen.

Haben Sie Fragen zum Schweizerischen Arbeitsrecht und zur rechtlichen Stellung von Grenzgänger*innen? Wir sind auf diesen Bereich spezialisiert und unterstützen Sie gerne. Vereinbaren Sie einen Termin in unserer Rechtsanwaltskanzlei in Bad Krozingen, einer Zweigniederlassung der Kanzlei Reissmann & Künstle in Lörrach.

 


Neuregelung der Quellensteuer in der Schweiz

Jeder, der in der Schweiz arbeitet, bezahlt die so genannte „Quellensteuer“, die direkt vom Arbeitslohn abgezogen wird. Sie kann bei der Einkommensteuer angerechnet werden.
Im Januar 2021 wurde die Schweizerischen Quellensteuer-Regelung verändert.
Auslöser für diese Reform war ein Urteil des Bundesgerichtshofes aus dem Jahr 2010. In diesem Urteil wurde die Tatsache, dass Schweiz-Pendler und deutsche Arbeitnehmer in der Schweiz unterschiedlich behandelt werden, als Diskriminierung erachtet. Eine solche Unterscheidung sei nicht zulässig. Deshalb wurde in der aktuellen Neuregelung die Möglichkeit geschaffen, Einkommen nachträglich zu veranlagen.
Für Grenzgänger bedeutet dies konkret: Bis zum 31. März des Folgejahres kann eine nachträgliche ordentliche Veranlagung beantragt werden. Voraussetzungen dafür: Mindestens 90% des Einkommens, inkl. des Einkommens des Ehepartners, müssen in der Schweiz erwirtschaftet und versteuert werden.
Arbeitnehmer, bei denen dies der Fall ist, müssen gleich behandelt werden wie die dauerhaft in der Schweiz wohnhaften Personen.
Arbeitgeber sind in der Pflicht, ihre Arbeitnehmer auf die mögliche nachträgliche Veranlagung hinweisen – egal, ob hierfür eigens ein Antrag gestellt werden muss.

Wir sind in unserer Kanzlei-Zweigniederlassung in Bad Krozingen spezialisiert auf die rechtlichen Anliegen von Grenzgängern. Vereinbaren Sie gerne einen Termin!