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Die Krankentagegeldversicherung in der Schweiz

Aus Deutschland kennen Sie die gesetzlich vorgeschriebene 6-wöchige Lohnfortzahlung bei Krankheit. Achtung, dies ist in der Schweiz nicht so!
Dennoch gibt es hier eine gesetzliche Lohnfortzahlungspflicht. Dabei wird genau unterschieden, wie lange ein Arbeitnehmer bereits beschäftigt ist. In den ersten drei Monaten muss der Arbeitgeber im Krankheitsfall nichts bezahlen. Ab dem vierten Anstellungsmonat muss er den Arbeitslohn von drei Wochen bezahlen, im zweiten Jahr der Beschäftigung vier Wochen, im dritten Jahr 9 Wochen – so steigt dies bis zu einer maximalen Zahlung von 31 Wochen. Diese Angaben variieren allerdings je nach Region.
Üblicherweise hat der Arbeitgeber für solche Fälle eine Kollektiv-Krankentagegeldversicherung abgeschlossen oder es bestehen firmeninterne Regelungen. Dies ist aber für Arbeitgeber nicht gesetzlich vorgeschrieben. Die Summe, die ein kranker Arbeitnehmer aus dieser Versicherung erhält, beträgt in den meisten Fällen etwa 80% des Gehalts auf die Dauer von bis zu zwei Jahren.
Wenn eine solche Versicherung des Arbeitgebers vorliegt, wird sie dem Arbeitnehmer als Bestandteil seines Gehalts zum Bruttolohn hinzugerechnet und ist für den Arbeitnehmer steuerpflichtig.

Als Anwälte, die sich auf das Arbeitsrecht für Grenzgänger spezialisiert haben, raten wir Ihnen dringend: Überprüfen Sie in ihrem Schweizer Arbeitsvertrag, ob es eine Krankentagegeldversicherung des Arbeitgebers gibt und welche Leistungsausschlüsse sie aufweist, d.h. ob beispielsweise bestimmte Krankheiten ausgeschlossen sind. Falls keine Versicherung vorhanden sein soll, schließen sie unbedingt privat eine Krankentagegeldversicherung ab, damit Sie im Krankheitsfall finanziell abgesichert sind!
Bei allen juristischen Fragen wenden Sie sich gerne an Rechtsanwalt Hannes Künstle in unserer Kanzlei in Bad Krozingen, einer Dependance der Kanzlei Reissmann & Künstle in Lörrach.


Wie finde ich eine Arbeitsstelle in der Schweiz?

In unserer Rechtsanwaltskanzlei in Bad Krozingen sind wir auf die Belange von Grenzgängern spezialisiert.
Wir unterstützen sie bei allen rechtlichen Fragen zum Thema Arbeitsrecht in der Schweiz, Sonderregelungen für Grenzgänger etc.

Heute wollen wir Ihnen Tipps geben, wo Sie als Arbeitssuchender in der Schweiz möglicherweise fündig werden:

Zunächst gibt es eine breite staatliche Unterstützung bei der Stellensuche. Das Schweizer „SECO“, das Staatssekretariat für Wirtschaft mit Sitz in Bern, bietet eine Fülle von nützlichen und hilfreichen Informationen auf www.seco.admin.ch. Das SECO kümmert sich um Arbeitsmarktpolitik und um wirtschaftliche Fragen. Den Online-Stellenmarkt des SECOS finden Sie hier. Ein weiterer Tipp für eine staatliche Plattform ist die Online-Stellenbörse auf www.treffpunkt-arbeit.ch, eine weitere Webseite des SECO. Hier sind auch alle offenen Stellen der Schweizer Kantone zu finden.
Die kantonalen Arbeitsämter bieten Hilfe und persönliche Unterstützung bei der Arbeitssuche an. Es lohnt sich auf jeden Fall, um einen persönlichen Gesprächstermin zu bitten, denn die Experten vor Ort kennen die Situation auf dem Arbeitsmarkt genau und können wertvolle Tipps geben. Manchmal sind noch nicht alle gemeldeten offenen Stellen aus den Kantonen bereits auf www.treffpunkt-arbeit.ch veröffentlicht – deshalb ist die persönliche Nachfrage sinnvoll.

Selbstverständlich finden Sie offene Stellen in den regionalen und überregionalen Zeitungen, in den Anzeigen privater Arbeitsagenturen – hier bekommen Sie Adressen bei den kantonalen Arbeitsämtern – oder in zahlreichen Internet-Jobbörsen.

Wenn Sie Ihre Traumstelle in der Schweiz gefunden haben, zögern Sie nicht, uns wegen der Vertragsgestaltung oder anderer detaillierter Fragen zu Ihrem neuen Arbeitsverhältnis anzusprechen. Wir unterstützen Sie gerne!


Krankenversicherungspflicht für Grenzgänger

Wie verhält es sich mit der Krankenversicherungspflicht für Grenzgänger Deutschland-Schweiz?

Generell gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Die Versicherung erfolgt bei einer gesetzlichen Schweizer Krankenkasse.
  2. Die Versicherung erfolgt bei einer gesetzlichen Krankenkasse in Deutschland. Hierfür ist die Befreiung von der Versicherungspflicht in der Schweiz notwendig.
  3. Die Versicherung erfolgt bei einer privaten Krankenversicherung in Deutschland. Auch hierfür muss der Arbeitnehmer von der Versicherungspflicht in der Schweiz befreit werden.

 

Wie erfolgt die Befreiung von der Krankenversicherungspflicht in der Schweiz? Welche Schritte sind notwendig?

Arbeitnehmer in der Schweiz unterliegen automatisch der Krankenversicherungspflicht. Innerhalb ihrer ersten drei Arbeitsmonate können sich Grenzgänger von dieser Pflicht befreien lassen und sich weiterhin in Deutschland krankenversichern.

Doch Achtung! Wer sich formell hat befreien lassen, kann sich später nicht anders entscheiden und doch in der Schweiz versichern. Dies ist – nach einem neuen Gesetz – nur für Arbeitgeber möglich, die stillschweigend befreit worden sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_801/2014 vom 10. März 2015). Dort heißt es, dass alle Grenzgänger, die vormals stillschweigend von der Krankenversicherungspflicht nach KVG befreit worden sind, einen neuen Antrag stellen können, damit sie doch in der Schweiz krankenversichert sein können. Sie müssen einen Antrag an die zuständige kantonale Stelle richten und bekommen dann eine Frist, innerhalb derer sie sich krankenversichern müssen.

Fazit: Grenzgänger können nur noch in Deutschland versichert bleiben (gesetzlich oder privat), wenn sie sich in der Schweiz offiziell von der Versicherungspflicht befreien lassen.

Für alle rechtlichen Fragen, die Grenzgänger betreffen, ist Rechtsanwalt Hannes Künstle in der Kanzlei Reissmann & Künstle Ihr kompetenter Ansprechpartner!