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Sommerjob in der Schweiz geplant?

Wer nur ein paar Wochen in der Schweiz jobben will – weil er etwa in der Gastronomie oder Landwirtschaft die Saisonarbeit unterstützt – und falls die Corona-Pandemie dies in diesem Jahr nicht gänzlich unmöglich macht – der muss beachten: Für bis zu drei Monate Arbeit am Stück oder insgesamt 90 Arbeitstage im Kalenderjahr ist keine Aufenthaltsbewilligung notwendig. Dies betrifft die Angehörigen der EU-26/EFTA-Staaten.
Allerdings muss der zukünftige Schweizer Arbeitgeber die befristete Arbeit anmelden und diese Anmeldung muss allerspätestens am Vortag des Arbeitsantrittes erfolgen. Der Arbeitnehmer seinerseits muss sich auch registrieren, ebenfalls spätestens ein Tag vor Arbeitsantritt. Dies ist auf dem Online-Portal des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements hier möglich.

Alle Fragen zum Aufenthalts- und Arbeitsrecht für Grenzgänger beantwortet gerne Rechtsanwalt Hannes Künstle in der Kanzlei Reissmann & Künstle in der Zweigniederlassung der Kanzlei in Bad Krozingen. Vereinbaren Sie einen Termin!


Schweizer Arbeitsrecht: Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

Die Lohnfortzahlung wird dann vom Arbeitgeber geleistet, wenn der Grund für die Arbeitsverhinderung in der Person des Arbeitnehmers liegt, wenn er also beispielsweise erkrankt oder einen Unfall erleidet. Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist im Schweizer Obligationenrecht Art. 324a festgelegt. Es gelten folgende Regelungen:

Nach drei Monaten Betriebszugehörigkeit und im ersten Arbeitsjahr erhält der erkrankte Arbeitnehmer Lohn für 3 Wochen. Bei längerer Zugehörigkeit zum Betrieb gibt es dann je nach regionaler Zugehörigkeit verschiedene Modelle: die Berner, die Basler oder die Züricher Skala.

Eine Schwangerschaft ist vor dem Gesetz einer Erkrankung gleichgestellt. Nach der Geburt des Kindes besteht ein Anspruch auf Zahlung von 80% des durchschnittlichen Arbeitslohnes – längstens für 14 Wochen. Für diese Zahlungen muss ein Antrag gestellt werden, denn diese Form der Lohnfortzahlung trägt nicht der Arbeitgeber, sondern eine spezielle Mutterschaftsversicherung.

Eine Erkrankung muss dem Arbeitgeber nach spätestens drei Tagen mit einem schriftlichen ärztlichen Attest belegt werden. Die korrekte Berechnung der Lohnfortzahlung in der Schweiz ist äußerst kompliziert und hängt davon ab, ob eine Versicherung besteht, die möglicherweise einen Teil der Lohnfortzahlung abdeckt.

Für Fragen und Anliegen zum Arbeitsrecht wenden Sie sich an Rechtsanwalt Hannes Künstle in unserer Kanzlei in Bad Krozingen. Er ist auf das Schweizerische Arbeitsrecht und die Belange von Grenzgängern spezialisiert. Vereinbaren Sie einen Termin!


Rechtliche Auswirkungen des Coronavirus für Grenzgänger

Der Grenzgänger-Status ist dadurch definiert, dass Pendler mindestens 60 Tage pro Jahr in ihr Heimatland zurückkehren müssen. In Corona-Zeiten, wenn Grenzgänger gar nicht in die Schweiz zum Arbeiten kommen können, sondern zuhause im Homeoffice arbeiten, ist das anders! Der Grenzgänger-Status bleibt ausnahmsweise erhalten – der Arbeitgeber muss allerdings bescheinigen, dass sein Mitarbeiter aufgrund der Corona-Pandemie gezwungen war, im Homeoffice zu arbeiten.

Wie ist es in dieser Situation mit der Sozialversicherung?
Die Sozialversicherung bleibt bestehen. Wer in der Schweiz angestellt ist, ist obligatorisch auch in der Schweiz versichert, auch wenn er seinen Arbeitsplatz nicht aufsuchen kann. Dies ist allerdings eine zeitlich befristete Sonderregelung, die bis zum 30. Juni 2021 gelten soll (hier nachzulesen). Doch Achtung: Falls die Arbeit dauerhaft von Deutschland aus erledigt werden sollte, gilt dieses Recht nicht mehr und der Arbeitnehmer muss sich in Deutschland versichern. Grenzgänger müssen in diesem Fall auch wieder in Deutschland in die gesetzliche Krankenversicherung – was sehr teuer werden kann, denn der Arbeitgeber in der Schweiz übernimmt dann keinen Arbeitgeberanteil.

Fazit: Die länderübergreifenden Vereinbarungen ermöglichen es, dass Grenzgängern während der Corona-Pandemie aktuell keine Nachteile und keine Versicherungslücken entstehen. Es ist aber sehr wichtig, dass dieser Zustand nicht zum Dauerzustand wird – sonst verlieren die Pendler nämlich ihren Grenzgängerstatus und dadurch auch alle Vorteile, die dieser Status mit sich bringt.