Aktuelles

Wie finde ich eine Arbeitsstelle in der Schweiz?

In unserer Rechtsanwaltskanzlei in Bad Krozingen sind wir auf die Belange von Grenzgängern spezialisiert.
Wir unterstützen sie bei allen rechtlichen Fragen zum Thema Arbeitsrecht in der Schweiz, Sonderregelungen für Grenzgänger etc.

Heute wollen wir Ihnen Tipps geben, wo Sie als Arbeitssuchender in der Schweiz möglicherweise fündig werden:

Zunächst gibt es eine breite staatliche Unterstützung bei der Stellensuche. Das Schweizer „SECO“, das Staatssekretariat für Wirtschaft mit Sitz in Bern, bietet eine Fülle von nützlichen und hilfreichen Informationen auf www.seco.admin.ch. Das SECO kümmert sich um Arbeitsmarktpolitik und um wirtschaftliche Fragen. Den Online-Stellenmarkt des SECOS finden Sie hier. Ein weiterer Tipp für eine staatliche Plattform ist die Online-Stellenbörse auf www.treffpunkt-arbeit.ch, eine weitere Webseite des SECO. Hier sind auch alle offenen Stellen der Schweizer Kantone zu finden.
Die kantonalen Arbeitsämter bieten Hilfe und persönliche Unterstützung bei der Arbeitssuche an. Es lohnt sich auf jeden Fall, um einen persönlichen Gesprächstermin zu bitten, denn die Experten vor Ort kennen die Situation auf dem Arbeitsmarkt genau und können wertvolle Tipps geben. Manchmal sind noch nicht alle gemeldeten offenen Stellen aus den Kantonen bereits auf www.treffpunkt-arbeit.ch veröffentlicht – deshalb ist die persönliche Nachfrage sinnvoll.

Selbstverständlich finden Sie offene Stellen in den regionalen und überregionalen Zeitungen, in den Anzeigen privater Arbeitsagenturen – hier bekommen Sie Adressen bei den kantonalen Arbeitsämtern – oder in zahlreichen Internet-Jobbörsen.

Wenn Sie Ihre Traumstelle in der Schweiz gefunden haben, zögern Sie nicht, uns wegen der Vertragsgestaltung oder anderer detaillierter Fragen zu Ihrem neuen Arbeitsverhältnis anzusprechen. Wir unterstützen Sie gerne!


Krankenversicherungspflicht für Grenzgänger

Wie verhält es sich mit der Krankenversicherungspflicht für Grenzgänger Deutschland-Schweiz?

Generell gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Die Versicherung erfolgt bei einer gesetzlichen Schweizer Krankenkasse.
  2. Die Versicherung erfolgt bei einer gesetzlichen Krankenkasse in Deutschland. Hierfür ist die Befreiung von der Versicherungspflicht in der Schweiz notwendig.
  3. Die Versicherung erfolgt bei einer privaten Krankenversicherung in Deutschland. Auch hierfür muss der Arbeitnehmer von der Versicherungspflicht in der Schweiz befreit werden.

 

Wie erfolgt die Befreiung von der Krankenversicherungspflicht in der Schweiz? Welche Schritte sind notwendig?

Arbeitnehmer in der Schweiz unterliegen automatisch der Krankenversicherungspflicht. Innerhalb ihrer ersten drei Arbeitsmonate können sich Grenzgänger von dieser Pflicht befreien lassen und sich weiterhin in Deutschland krankenversichern.

Doch Achtung! Wer sich formell hat befreien lassen, kann sich später nicht anders entscheiden und doch in der Schweiz versichern. Dies ist – nach einem neuen Gesetz – nur für Arbeitgeber möglich, die stillschweigend befreit worden sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_801/2014 vom 10. März 2015). Dort heißt es, dass alle Grenzgänger, die vormals stillschweigend von der Krankenversicherungspflicht nach KVG befreit worden sind, einen neuen Antrag stellen können, damit sie doch in der Schweiz krankenversichert sein können. Sie müssen einen Antrag an die zuständige kantonale Stelle richten und bekommen dann eine Frist, innerhalb derer sie sich krankenversichern müssen.

Fazit: Grenzgänger können nur noch in Deutschland versichert bleiben (gesetzlich oder privat), wenn sie sich in der Schweiz offiziell von der Versicherungspflicht befreien lassen.

Für alle rechtlichen Fragen, die Grenzgänger betreffen, ist Rechtsanwalt Hannes Künstle in der Kanzlei Reissmann & Künstle Ihr kompetenter Ansprechpartner!


Aktuelles aus dem Schweizer Arbeitsrecht: Ferien dürfen in der Regel nicht mit dem normalen Gehalt ausbezahlt werden

Das Schweizerische Bundesgericht urteilte aktuell zu einem Fall aus dem Arbeitsrecht (4A_561/2017, Urteil vom 19. März 2018). Worum ging es? Ein Angestellter im Kanton Waadt hatte von 2008 bis 2013 einen Arbeitsvertrag über 42,5 Wochenstunden à 28 Franken in einer Tischlerei. In seinem Arbeitsvertrag war vereinbart, dass die vier Wochen Ferienzeit, das 13. Monatsgehalt und der Lohn für Feiertage in seinem normalen Lohn inbegriffen seien. Nach seinem Austritt aus dem Betrieb klagte er auf den entgangenen Lohn für die Ferien- und Feiertagszeiten der letzten fünf Jahre. Das Gericht gab ihm aus zwei Gründen Recht: Er habe zum einen in der Tischlerei eine regelmäßige Arbeit, außerdem seien in der Lohnabrechnung die Lohnanteile für die Ferienzeiten nicht explizit aufgeführt. Der Arbeitgeber musste den Ferienlohn doppelt auszahlen.

Nach dem Schweizer Obligationenrecht gilt: Arbeitnehmer erhalten für Ferienzeiten denselben Lohn, den sie normalerweise verdienen. Die Ferien dürfen aber nicht durch Zahlungen abgegolten werden (Artikel 329d Abs. 2 OR).

Nach Schweizerischem Recht ist also größte Vorsicht geboten, was die Auszahlung von Ferien als Teil des Arbeitslohns angeht. Nur in zwei Fällen – wenn es sich um kurze Arbeitsperioden handelt oder wenn die Arbeitsleistung sehr unregelmäßig erbracht wird – sind Ausnahmen zugelassen. Dann darf der Urlaubslohn mit dem normalen Gehalt ausbezahlt werden. Im Arbeitsvertrag muss aber die Formulierung „Ferienlohn inbegriffen“ explizit enthalten sein. Und: Auf der Lohnabrechnung muss der Ferienlohn-Anteil des Gehaltes separat aufgeführt sein, sonst droht die Zahlung des doppelten Ferienlohn-Anteils.

Das Schweizerische Arbeitsrecht unterscheidet sich in vielen Punkten vom Deutschen Arbeitsrecht. Wir Anwälte in der Kanzlei Reissmann & Künstle in Bad Krozingen, einer Zweigniederlassung unserer Kanzlei in Lörrach, sind spezialisiert auf das Schweizerische Arbeitsrecht und kümmern uns speziell um die Belange von Grenzgängern. Wenn Sie Fragen haben und rechtliche Unterstützung brauchen, kontaktieren Sie uns gerne!