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Als Grenzgänger eine eigene Firma in der Schweiz gründen – geht das?

Für alle Personen aus dem EU/EFTA-Raum gilt, dass sie sich jederzeit in der Schweiz selbstständig machen können. Für Grenzgänger gilt dasselbe!

Firmengründer profitieren in diesem Fall vom Personenfreizügigkeitsabkommen, das 1999 zwischen der EU und der Schweiz geschlossen wurde und das seit 2002 in Kraft ist. Seither werden z.B. Berufsdiplome wechselseitig anerkannt, es ist möglich, Immobilien zu erwerben und die unterschiedlichen Sozialversicherungssysteme sind koordiniert.

Es gibt vor der Firmengründung in der Schweiz allerdings einige Richtlinien zu beachten. Den Schweizer Behörden ausführlich erläutert werden, dass eine Firmengründung gut geplant und realisierbar ist. Hierfür müssen Unterlagen eingereicht werden wie ein Businessplan, die Anmeldung der Firma im Handelsregister, genaue Angaben zur geplanten Location des Unternehmens etc.

Gründungswillige müssen sich in einem ersten Schritt an die kantonalen Migrationsbehörden wenden, von denen sie genaue Informationen erhalten, welche Nachweise zu erbringen sind.
Sobald die Behörden grünes Licht für eine Gründung geben, wird eine Grenzgängerbewilligung G EG/EFTA erteilt, die fünf Jahre lang gültig ist.

Wenn Sie eine berufliche Selbstständigkeit in der Schweiz planen, wenden Sie sich an den Rechtsanwalt Hannes Künstle in unserer Kanzlei in Bad Krozingen. Er ist spezialisiert auf die rechtlichen Belange von Grenzgängern.


Die Unfallversicherung für Grenzgänger

Ohne eine Unfallversicherung – sei es eine betriebliche oder eine private – stecken Sie unter Umständen übel in der Klemme. Wie sind Grenzgänger eigentlich bei Unfällen versichert?

Generell sind alle Schweizer Arbeitnehmer – auch Grenzgänger – über ihren Arbeitgeber gegen Berufsunfälle versichert. Jeder Arbeitgeber muss eine Berufsunfallversicherung (UVG) für seine Arbeitnehmer abschließen und die Kosten hierfür vollständig übernehmen. Die Versicherung beinhaltet Unfälle und Krankheiten, die durch die Arbeit bedingt sind und bezahlt z.B. auch Rehamaßnahmen, Therapien und medizinische Hilfsmittel.
Was ist mit Freizeitunfällen? Wenn ein Arbeitnehmer mehr als 8 Stunden pro Woche arbeitet, ist er automatisch auch bei Nichtberufsunfällen versichert. Die Nichtberufsunfall-Versicherung (NBUV) übernimmt auch die Kosten von Freizeitunfällen. Doch die Beiträge zu dieser Versicherung muss der Arbeitnehmer selbst tragen! Wie hoch diese Beiträge sind, ist individuell verschieden und hängt von der Berufsgruppe ab, denn Berufe mit höherem Unfallrisiko müssen natürlich höher versichert werden. In der Regel liegen die Kosten zwischen einem und drei Prozent des Bruttogehaltes.

Bei rechtlichen Fragen zum Thema Arbeiten in der Schweiz wenden Sie sich gerne an Rechtsanwalt Hannes Künstle in unserer Kanzlei in Bad Krozingen.


Dürfen Grenzgänger einen Schweizer Firmenwagen in Deutschland auch privat nutzen?

Einen Firmenwagen zu bekommen ist ein sehr beliebter Bonus für Arbeitnehmer. Üblicherweise dürfen diese Fahrzeuge auch privat genutzt werden. Doch wer in der Schweiz arbeitet und von seinem Arbeitgeber einen Dienstwagen bekommt, darf diesen nicht ohne Weiteres in Deutschland privat nutzen. Grund ist der Einfuhrzoll. Für Grenzgänger gilt: Der Firmenwagen darf nur für das Pendeln vom Arbeitsort zum Wohnort eingesetzt werden. Auf die Einhaltung dieser Regel müssen Grenzgänger unbedingt achten! Sie müssen deshalb immer ihren Arbeitsvertrag im Dienstwagen mit sich führen.
Es gibt jedoch noch eine andere, kompliziertere Variante. Wenn ein Dienstfahrzeug aus der Schweiz auch in Deutschland im freien Verkehr, also z.B. als privates Familienfahrzeug an den Wochenenden, eingesetzt werden soll, kann es zur Nutzung im freien Verkehr in Deutschland angemeldet werden. Dabei fällt Einfuhrzoll in Höhe von 10% an. Die Zulassung des Fahrzeugs erfolgt jedoch in der Schweiz, wo auch die Kfz-Steuer eingezogen wird. Die Einfuhrpapiere des Fahrzeugs sollten immer griffbereit im Fahrzeug deponiert bleiben. Wichtig zu beachten ist, dass der Schweizer Arbeitgeber, der seinem Mitarbeiter ein Fahrzeug zur privaten Nutzung in Deutschland überlässt, in Deutschland Umsatzsteuer abführen muss. Es kommt also zur unvermeidbaren Doppelbesteuerung, da er auch in der Schweiz Umsatzsteuer abführen muss.

Zu allen Fragen, die das Arbeitsrecht von Grenzgängern betreffen, steht Ihnen Rechtsanwalt Hannes Künstle in unserer Kanzlei in Bad Krozingen gerne zur Verfügung.
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