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Ruhestand oder Studium in der Schweiz – welche Voraussetzungen gibt es dafür?

Wer seinen Ruhestand in der Schweiz verbringen will, bzw. ein Studium dort absolvieren möchte, unterliegt bestimmten Regeln.
Für Angehörige der so genannten „EU-27 und EFTA-Staaten“ (EU-27: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen Portugal, Republik Tschechien, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Ungarn, Vereinigtes Königreich und Zypern. EFTA: Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz) sind die Hürden nicht besonders hoch – für Angehöriger von Drittstaaten gelten strengere Bedingungen.

Für Angehörige der EU-27 und EFTA-Staaten gilt:

  • Es müssen genügend finanzielle Mittel vorhanden sein, um in der Schweiz leben zu können und nicht auf Sozialhilfe angewiesen zu sein.
  • Es muss nachgewiesen werden, dass eine Krankenversicherung besteht, die auch im Falle eines Unfalls einspringt.
  • Studenten müssen die Immatrikulationsbescheinigung der Schweizer Hochschule oder anderen Lehranstalt vorlegen.
  • Bei Aufenthalt über 3 Monaten muss sich der Aufenthalter beim kantonalen Migrationsamt anmelden. Dort erhält er eine Aufenthaltsbescheinigung für 5 Jahre; bei Studenten so lange, bis das Studium in der Schweiz abgeschlossen ist.

 

Was gilt für Personen aus Drittstaaten, die in der Schweiz studieren wollen oder in der Schweiz leben wollen und dort nicht erwerbstätig sind?

  • Es muss im Heimatland ein Einreisegesuch beantragt werden.
  • Es müssen genügend finanzielle Mittel da sein, um in der Schweiz leben zu können und um nicht sozialhilfepflichtig zu werden.
  • Es muss nachgewiesen werden, dass eine Krankenversicherung besteht, die auch im Falle eines Unfalls einspringt.
  • Studierende müssen vorlegen: einen Studienplan, aus dem das Studienziel hervorgeht, die Immatrikulationsbescheinigung der Schweizer Hochschule, einen Lebenslauf und ein Dokument, in dem sie bestätigen, dass sie nach Abschluss ihrer Studien die Schweiz wieder verlassen werden.

Die Berufsunfallversicherung (BUV) und die Nichtberufsunfallversicherung (NBUV) in der Schweiz

In der Schweiz gilt, dass Unternehmer für ihre Mitarbeiter/-innen obligatorisch eine Berufsunfallversicherung abschließen müssen. Dies betrifft alle angestellten Personen, also auch Mitarbeiter/-innen im Homeoffice, Praktikanten, Auszubildende, Volontäre etc.

Diese Versicherung, die so genannte „BUV“, greift dann, wenn ein Unfall am Arbeitsplatz oder auf dem direkten Arbeitsweg passiert und daraus Behandlungskosten und Tagegeld-Kosten für die Dauer der Krankenzeit erwachsen. Die BUV leistet außerdem Rentenzahlungen, wenn der Unfall zur Invalidität führt und unterstützt die Hinterbliebenen, wenn der Arbeitsunfall tödlich war.

Die Nichtberufsunfallversicherung, „NBUV“, ist zuständig, wenn außerhalb der Arbeit ein Unfall passiert. Diese wird automatisch vom Arbeitgeber übernommen, wenn die versicherte Person mehr als 8 Stunden wöchentlich bei diesem Arbeitgeber angestellt ist. Hierfür werden dann monatlich Beiträge vom Arbeitslohn abgeführt. Achtung! Wer weniger als 8 Stunden pro Woche angestellt ist, muss Freizeitunfälle privat versichern lassen. Dies gilt mit Ausnahme von Unfällen auf dem direkten Arbeitsweg – diese sind über den Arbeitgeber versichert.

Sind Sie Grenzgänger? Haben Sie Fragen zu Ihrem Schweizer Arbeitsvertrag? Unsere Kanzlei in Bad Krozingen, eine Zweigniederlassung der Kanzlei Reissmann & Künstle in Lörrach, ist auf die rechtlichen Belange von Grenzgängern spezialisiert. Vereinbaren Sie gerne einen Termin mit Rechtsanwalt Hannes Künstle!


Homeoffice in der Schweiz

Jemand, der im Homeoffice arbeitet, verrichtet seine Arbeit entweder ganz oder teilweise von zu Hause aus. In den meisten Fällen ist er über seinen Computer mit seinem Arbeitgeber verbunden; die Arbeitsergebnisse werden digital ausgetauscht.

Die Arbeit im Homeoffice ist auch in der Schweiz stark auf dem Vormarsch. Die Zahl derer, die mindestens einmal monatlich von zu Hause arbeiten, hat sich seit 2001 vervierfacht! Mittlerweile arbeitet fast jeder vierte (23,8%) von zu Hause aus. Ob jemand im Homeoffice arbeitet, hängt sehr stark von der Branche und vom Bildungsstand ab. Vor allem im Bereich „Erziehung, Unterricht, Information und Kommunikation“ wird diese Möglichkeit vor allem von Mitarbeiter/innen mit höherem Bildungsstandard genutzt. (Quelle: Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesamt für Statistik, Stichwort Teleheimarbeit. Abgerufen am 20.01.2020).

Die Arbeit im Homeoffice ist bisher nicht explizit im Schweizer Arbeitsrecht geregelt. Deshalb unterliegt diese Arbeit den allgemein gültigen arbeitsrechtlichen Bestimmungen. Im Einzelfall gelten die Vorschriften des Heimarbeitsgesetzes (Obligationenrecht Art. 351ff.).
Für den Arbeitgeber ist ein/e Mitarbeiter/-in im Homeoffice nicht einfach. Er muss viel Vertrauen in diese Person haben, denn es lässt sich schlecht kontrollieren, wie konsequent die Arbeit daheim ausgeführt wird. Ein engmaschiger Austausch von Arbeitsplänen und -ergebnissen ist daher notwendig. Außerdem muss gewährleistet sein, dass keine Betriebsgeheimnisse nach außen dringen können, wenn z.B. Familienmitglieder Dokumente offen auf dem Schreibtisch liegen sehen. Ein Homeoffice-Arbeitsplatz muss außerdem ergonomischen Vorgaben an einen gesunden Arbeitsplatz entsprechen. Kontrollen des Arbeitgebers im Heim seines Mitarbeiters sind zulässig, dürfen aber nur in vertretbarem Maß und nach Vorankündigung stattfinden.

Wenden Sie sich bei Fragen rund um einen Homeoffice-Arbeitsplatz in der Schweiz oder für ein Schweizer Unternehmen gerne an Rechtsanwalt Hannes Künstle in unserer Kanzlei in Bad Krozingen. Er ist spezialisiert auf das Deutsche und das Schweizerische Arbeitsrecht.