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Schweizer Arbeitsrecht: Wie sind die Freizeit- und Feiertagsregelungen?

Im Schweizer Arbeitsrecht muss der Arbeitgeber seinem Angestellten in besonderen Fällen frei geben und darf diese freien Stunden oder Tage nicht vom Jahresurlaub abziehen.
Dies ist der Fall, wenn ganz spezielle Umstände eintreten, die es notwendig machen, dass der Arbeitnehmer daran teilnehmen muss.

Es gibt verschiedene Kategorien solcher Ereignisse.

  1. Persönliche Gründe, die aber nichts mit der Familie zu tun haben. Wenn der Arbeitnehmer z. B. unbedingt einen wichtigen Arzttermin wahrnehmen muss oder wenn er eine Behörde aufsuchen muss.
  2. Persönliche Gründe in der Familie, z. B. die Geburt eines Kindes oder der Todesfall eines nahen Angehörigen.
  3. Termine, z. B. Bewerbungsgespräche, die wahrgenommen werden müssen, weil die aktuelle Arbeitsstelle gekündigt wurde.
  4. Bei jüngeren Arbeitnehmern (< 30 Jahre) muss z. B. auch für ein wichtiges sportliches Event, z .B. einen Wettkampf, freigegeben werden.

Für die freigegebene Zeit wird normalerweise der volle Arbeitslohn bezahlt.

Was ist mit den Feiertagen?
Da sich die Feiertage in den Schweizerischen Kantonen unterscheiden, hat der Gesetzgeber die maximale Feiertagszahl pro Jahr auf neun festgelegt. Während der Feiertage darf nicht gearbeitet werden – ansonsten muss vom Arbeitgeber eine spezielle Bewilligung beantragt werden. Feiertage werden bezahlt wie normale Arbeitstage.

Achtung: Diese Regelungen gelten nur, wenn jemand einen regelmäßigen Monatslohn bezieht. Bei stundenweiser Entlohnung kann es anders aussehen – es müsste hier im Arbeitsvertrag festgelegt sein, ob Feiertage bezahlt oder nicht bezahlt sind.

Für alle Fragen zum Schweizerischen Arbeitsrecht haben Sie in unserer Kanzlei in Bad Krozingen den richtigen Ansprechpartner. Wir sind spezialisiert auf die Belange von Grenzgängern und das Schweizerische Arbeitsrecht. Vereinbaren Sie einen Termin mit Rechtsanwalt Hannes Künstle!


Neue Zahlen aus der Schweiz belegen: Es gibt zwar wieder mehr Grenzgänger, aber weniger aus Deutschland

Wie viele ausländische Arbeitskräfte täglich in die Schweiz pendeln, wird von allen beteiligten Ländern regelmäßig verfolgt. Die Presse veröffentlichte nun die aktuellen Zahlen aus dem zweiten Quartal 2019.
Im vergangenen Jahr war die Zahl der aus Deutschland einreisenden Arbeitskräfte zurückgegangen, dabei war die Zahl der französischen und italienischen Arbeitskräfte nach einer stagnierenden Phase wieder leicht angestiegen.

Im aktuell beobachteten Zeitraum April – Juni 2019 pendelten insgesamt etwa 323.000 Menschen zum Arbeiten in die Schweiz – was einen Anstieg von 2,4 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Dabei war dennoch die Zahl der aus Deutschland einpendelnden Arbeitnehmer rückläufig: es waren etwa 1,1 % weniger als im Vorjahr.

Die Anteile der Nationalitäten: Über die Hälfte der Pendler kommt aus Frankreich, etwa ein Viertel aus Italien, ein gutes Sechstel aus Deutschland. Am häufigsten pendeln die Arbeitskräfte in der Region Genfer See, dann folgt die Nordwestschweiz und auf Platz drei das Tessin.
(Quelle: Bote der Urschweiz, abgerufen am 8.8.2019. Meldung von SDA / Keystone).

Die Anwälte der Kanzlei Reissmann & Künstle kümmern sich speziell um die juristischen Belange von Grenzgängern. Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich gerne an uns!


Die häufigsten Rechtsformen für Unternehmen in der Schweiz

Sie überlegen, sich in der Schweiz beruflich selbstständig zu machen? Dies erfordert gründliche Recherche über die mögliche Rechtsform, die Ihre neue Firma haben soll.
Außerdem raten wir, die wir uns auf das Schweizerische Arbeitsrecht und die Rechte von Grenzgängern spezialisiert haben, dass Sie sich vor der Unternehmensgründung über mögliche Fördergelder informieren.

Zur ersten Orientierung stellen wir Ihnen die möglichen Unternehmens-Rechtsformen der Schweiz vor:

  1. Das Einzelunternehmen: Sie können in der Schweiz ein Einzelunternehmen gründen, ohne über ein bestimmtes Startkapital zu verfügen. Sie haften für Ihr Unternehmen vollumfänglich, auch mit Ihrem Privatvermögen.
  2. Die einfache Gesellschaft: Sie wird üblicherweise von zwei Unternehmern gegründet, die mit ihrer Gesellschaft ein gemeinsames Ziel verfolgen. Eine einfache Gesellschaft kann, wie das Einzelunternehmen, ohne Startkapital gegründet werden.
  3. Die Kollektiv- und Kommanditgesellschaft: Eine Kollektivgesellschaft wie auch eine Kommanditgesellschaft wird von mehreren Personen gegründet. Zur Gründung ist kein Mindestkapital vorgeschrieben. Eine solche Gesellschaft kann von externen Geldgebern unterstützt werden.
  4. Die Aktiengesellschaft: Hier muss zur Gründung eine Mindesteinlage von 50.000 CHF vorliegen, das Kapital muss höher als 100.000 CHF sein. Einer der Aktionäre muss zwingend seinen Wohnsitz in der Schweiz haben.
  5. Die GmbH: Die Mindesteinlage zur Gründung ist 20.000 CHF. Auch hier muss – wie bei der AG – ein Gesellschafter seinen Wohnsitz in der Schweiz nachweisen.

 

Wenn Sie mit dem Gedanken einer Unternehmensgründung spielen, bereiten Sie sich gründlich vor, denn Sie müssen beim Migrationsamt des Kantons, in dem Sie Ihren Betrieb anmelden, belegen, dass Sie dazu auch in der Lage sind.